Das europäische HTEC-Netzwerk

Das Partnerschaftskonzept zur
Förderung der CNC-Ausbildung

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HTEC Fragen & Antworten: Antworten auf einige häufig gestellte Fragen

F: Welcher Grundgedanke steckt hinter dem HTEC-Programm?

Katja Mader, Marketingvorstand bei Haas Automation Europe: Das HTEC-Programm verfolgt das Ziel, eine starke Bindung zwischen dem lokalen Haas Factory Outlet (HFO) und einer lokalen Schule oder technischen Fachschule aufzubauen. Auf diesem Weg kann ein HFO die nächste Generation von CNC-Fachkräften unterstützen und betreuen, was für die Schule, die Auszubildenden, die lokalen Unternehmen und das HFO von Vorteil ist.

Bert Maes, HTEC-Koordinator: Unser Ziel besteht darin, die Bildungseinrichtungen und Unternehmen dabei zu unterstützen, mehr junge Menschen für die CNC-Fertigung zu interessieren, indem wir ihnen die beste Technologie und die notwendige Betreuungsinfrastruktur zur Verfügung stellen. Die HTECs helfen ihnen, dieses Ziel zu erreichen, und können daher auch zur Ankurbelung der lokalen Fertigungsindustrie beitragen.

F: Was ist ein HTEC? Welche Haas Maschinen werden dort beispielswiese eingesetzt?

BM: Für gewöhnlich kauft eine Schule eine Haas CNC-Drehmaschine und eine Haas CNC-Fräsmaschine, damit die Auszubildenden in beiden Arten der Metallbearbeitung praktische Erfahrungen sammeln können. Durch diese an Drehmaschinen und Fräsmaschinen gewonnenen Vorkenntnisse sind sie hervorragend auf die Arbeit in Produktionsumgebungen vorbereitet, wenn sie dann die Schule verlassen. Darüber hinaus stellen die HTEC Industriepartner eine breite Palette von Zubehör zur Verfügung, so dass die Auszubildenden ein möglichst umfassendes Fachwissen zur CNC-Maschinenbearbeitung erwerben.

F: Welches sind die Hauptmerkmale eines erfolgreichen HTECs?

KM: Vor allem soll das Klima in einem HTEC die Menschen inspirieren. Wir möchten, dass die Einrichtungen übersichtlich aufgebaut und sauber sind, und wir möchten, dass sie die beste Fertigungsumgebung repräsentieren, in der die jungen Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung wahrscheinlich arbeiten werden. Das lokale HFO hat die Aufgabe, das HTEC täglich zu unterstützen, so dass die lokalen Unternehmen diese Einrichtung als ein Zentrum der Fertigungsexzellenz und als eine Ressource zur Gewinnung hochqualifizierter Maschinenbediener ansehen.

F: Wodurch unterscheidet sich das HTEC-Programm von den von anderen Werkzeugmaschinenunternehmen zur Verfügung gestellten Bildungsangeboten?

BM: Wir bei HAE haben über eine Reihe von Jahren und mit Hilfe mehrerer Universitätsprofessoren Grundsätze formuliert und optimiert, die auf mehrjährigen Studien dazu basieren, wie Auszubildende und Ausbilder motiviert und innovative Ausbildungstechniken unterstützt werden können und wie das HTEC-Programm an Schulen und Fachschulen optimal umsetzbar ist.

KM: In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass HAE keine Maschinen an die HTECs vergibt oder verleiht. Viele Hersteller leihen ihre Maschinen tatsächlich aus, allerdings für gewöhnlich nur für kurze Zeit. Wenn die Leihfrist denn beispielsweise nach zwei Jahren ausläuft, wird die Maschine wieder zurückgenommen und die Schule kann die Ausbildung nicht fortsetzen. Natürlich ist eine Schule nur dann in der Lage, ihren Auszubildenden und Mitarbeitern langfristige Zusagen zu machen, wenn die Maschinen und die Betreuung sowohl dauerhaft als auch durchgängig zur Verfügung stehen. HAE besteht auf verbindliche Zusagen aller beteiligten Parteien. Wir arbeiten auch mit unseren HFOs, nahegelegenen Fertigungsunternehmen und Behörden zusammen, um die Gelder zur Ausstattung permanenter Einrichtungen zu beschaffen.

F: Was motiviert Ihrer Erfahrung nach die jungen Menschen für eine berufliche Laufbahn in der Präzisionsfertigung?

BM: Junge Menschen wollen neue und sich lohnende Fertigkeiten erlernen. Sie suchen neue Herausforderungen, Veränderungen und Erfahrungen. Sie erwarten auch, dass sie mit technisch führender Qualitätstechnik arbeiten können. In der Tat gehen die jungen Menschen heute zu Recht davon aus, dass sich in ihren Unterrichtsräumen die gleiche hochwertige Ausstattung befindet, wie sie sie von zuhause und von ihrem Alltag her kennen. Das HTEC Programm hat es sich zum Ziel gesetzt, die Fertigkeiten und das Wissen vermitteln, die zu einem faszinierenden und gut bezahlten Beruf führen.

F: Hilft und fördert das HTEC Programm auch Frauen bei der Aufnahme eines technischen Berufes?

KM: Ja, auf jeden Fall. Nur 5 % der Mädchen im Schulalter geben an, dass sie an einer technischen Ausbildung interessiert sind. Natürlich hat das viel mit Stereotypen und Vorurteilen zu tun, nach der eine Laufbahn in der Industrie immer noch als eine unangemessene Wahl für Mädchen wahrgenommen wird. Doch das ändert sich schnell.

BM: Die berufliche Entwicklung in der Fertigung bietet ähnliche Chancen wie in der Wissenschaft und der Technologie und statistisch gesehen sind junge Frauen in zahlen- und wissenschaftsbasierenden Fachgebieten häufig besser als ihre männlichen Kollegen. Die weiblichen Auszubildenden, die wir im Rahmen des HTEC-Programms treffen, sind außergewöhnlich, nicht notwendigerweise wegen ihrer akademischen Fähigkeiten, sondern wegen ihrer positiven Einstellung und ihrer Lernbereitschaft. Wir möchten, dass sie anderen jungen Frauen als Beispiel dienen, indem wir sie in Fallstudien und Profilen vorstellen.

F: Wie viele Auszubildende sind am HTEC-Programm in Europa beteiligt bzw. haben bereits davon profitiert?

BM: Angesichts von nun schon mehr als 50 HTECs in Europa mit jeweils durchschnittlich 20 Auszubildenden sind es aktuell mehr als 1000 junge Menschen, die an Haas Werkzeugmaschinen Fertigkeiten in der Bedienung von CNC-Maschinen erwerben. Das sind mindestens 1000 qualifizierte Maschinenbediener, die alle ein bis zwei Jahre eine Arbeit aufnehmen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass HAE Maschinen von Haas an 560 europäischen Schulen installiert hat, die keine vollwertigen HTECs sind. Wir schätzen, dass an diesen Maschinen jedes Jahr sogar 10.000 Auszubildende unterrichtet werden.

F: Junge Menschen sind eifrige und produktive Nutzer von sozialen und elektronischen Medien zur Kommunikation und zum Aufbau von Netzwerken. Wie setzt HAE die neuesten Technologien ein, um mit den Auszubildenden und dem Personal an den HTECs in Kontakt zu bleiben?

BM: Das ist eine enorme Herausforderung, da das europäische HTEC-Programm bereits mehrere Länder und Sprachen umfasst. Im Juli haben wir eine vollkommen überarbeitete Website gestartet, die allen an dem HTEC-Programm Beteiligten, darunter den HFOs, den Industriepartnern und externen Parteien, wie Behörden und potenziellen Arbeitgebern, zusätzliche Vorteile bietet.

KM: Gegenwärtig wird die neue Website in Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch und Schwedisch angeboten und beinhaltet Links zu sozialen Medien wie Bert’s Blog. Die neue Internetpräsenz ist einfacher zu benutzen als die frühere Website, die unserer Meinung nach unsere Vision und die Ziele des HTEC-Programms nicht deutlich genug wiedergab.

F: Wie wird die moderne Fertigung in Europa in der Zukunft aussehen? Welche Techniker wird die CNC-Metallbearbeitung benötigen?

KM: Wir erkennen, dass die europäischen Fertigungsunternehmen ihre Werke zunehmend automatisieren und sich von gering qualifizierten Arbeitskräften trennen. Doch werden trotz der wachsenden Anzahl von modernen und umfassend eingesetzten halbautomatischen und vollautomatischen Maschinen und Robotern mehr Menschen mit Spezialkenntnissen gebraucht werden, um die Systeme einzurichten und zu optimieren, Probleme zu lösen und den reibungslosen und effizienten Ablauf der Produktion zu gewährleisten. Dieser Trend stellt für die HTEC-Absolventen eine große Chance dar.

BM: Die Hersteller suchen insbesondere nach Arbeitskräften, die ihre modernen computerisierten Maschinenanlagen und mehr als nur einen Prozess verstehen. Sie brauchen Menschen, die in der Lage sind, komplexe Produktionsprobleme zu lösen, die Systeme zu bedienen und auch die vorbeugende Wartung sicherzustellen, Routinereparaturen auszuführen sowie Möglichkeiten zur Prozessoptimierung zu erkennen und umzusetzen. Mit dem HTEC-Programm versuchen wir, den Auszubildenden ein umfassendes Wissen und spezifische Kenntnisse unter anderem in den Bereichen CNC-Maschinenbearbeitung, CAM-Software, Schneidwerkzeuge, Werkstückhalterung und Kühlmittel zu vermitteln. Jeder HTEC Industriepartner hat sich verpflichtet, seine Produkte, Kompetenz und Ausbildungsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Wir sind überzeugt, dass das HTEC-Programm eine einzigartige und leistungsstarke Kombination aus modernster Technologie und Betreuung darstellt.